Presse-Information

Scharfe Kritik am Webhoster-Award

Initiatoren gehen auf Distanz zum "European Webhoster of the Year" /// EMF will Award künftig so nicht mehr vergeben /// Cap Gemini Ernest & Young unzufrieden mit Preisverleihung: "Diskrepanz zwischen Selbstdarstellung und Realität" /// Gericht verbietet Strato Nennung des Awards in Zusammenhang mit angeblicher Spitzenstellung

Montabaur, 24. Juli 2001. - Das European Multimedia Forum (EMF) und Cap Gemini Ernest & Young gehen auf deutliche Distanz zur Preisverleihung des "European Webhoster of the Year". EMF erteilte diesen Titel im März diesen Jahres an den Berliner Webhosting-Händler Strato Medien AG. Die Strato Medien AG nutzt diese Bewertung seit Monaten in großangelegten Werbekampagnen, um bei den Verbrauchern den Eindruck einer Marktführerschaft zu erwecken. Jetzt ist Strato die Werbung zusammen mit der Behauptung "Vertrauen Sie der Nr.1" auch gerichtlich verboten.

Als Grundlage der damaligen Preisverleihung diente ein E-Mail-Fragebogen, der vom Beratungsunternehmen Cap Gemini Ernest & Young erstellt worden war. Cap Gemini Ernest & Young geht jetzt in einem der 1&1 Internet AG vorliegenden Schreiben auf deutliche Distanz zu der Auszeichnung: "Wir haben mit der Preisverleihung nichts zu tun und waren im übrigen auch bei der Preisverleihung nicht zugegen." Kritisch betrachtet das Unternehmen die Kür des "Webhosters of the Year" auf Grundlage der Studie: "Um Aussagen dieser Tragweite zu treffen, müsste die Studie anders angelegt sein und im Rahmen einer über einen längeren Zeitraum angelegten Marktbeobachtung z.B. auch die Anwendererfahrungen mit einbeziehen." Durch die Systemausfälle bei der Strato Medien AG habe sich am Beispiel der angeblichen täglichen Datensicherung eine Diskrepanz zwischen Selbstdarstellung und Realität offenbart.

Das EMF zeigte sich ebenfalls überrascht über die massive Ausnutzung des Titels in der Strato-Werbung und sprach dem Titel die große öffentliche Bedeutung ab. "Der European Webhoster of the Year Award beabsichtigt nicht, einen objektiven Marktführer in Europa und noch weniger in Deutschland herauszustellen." Er sei auch nicht dazu gedacht, eine europäische Nr. 1 zu küren. Generalsekretär Philippe Wacker kündigte in einer telefonischen Stellungnahme an, den Award werde es in Zukunft so nicht mehr geben.

Im Zusammenhang mit dem Award waren Strato Verstöße gegen das Verbot irreführender Werbung nachgewiesen worden (Landgericht Hamburg, AZ. 315 O 279/01). Das Gericht machte sich die Auffassung zu eigen, den Verbrauchern werde durch die Strato Werbung in unzulässiger Weise suggeriert, der Award begründe eine Spitzenstellung der Strato als Nr.1. Hierzu aber sei der Award nicht geeignet. Die Verfügung wurde von Strato als endgültig anerkannt und ist damit rechtskräftig.

"Mit massiven Systemausfällen hat Strato selbst bewiesen, dass sie technisch keinesfalls Nr. 1 sind. Strato liegt auch weder im Umsatz noch bei der Zahl der Domains oder der Mitarbeiter vorn. Daher mutet es schon fast rührend an, wie Strato mit dem Award des European Webhoster of the Year nach dem letzten Strohhalm zu greifen scheint", kommentiert 1&1 Vorstandssprecher Andreas Gauger.
Abdruck honorarfrei. Wir würden uns bei einer Veröffentlichung über ein Belegexemplar freuen.

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